BearbeiterInnen: Prof. Dr. Erwin Bergmeier, Florian Goedecke, Dr. Inga Schmiedel

Laufzeit: 2017-2018

Kurzbeschreibung:

Im Rahmen des Projekts wird die Referenz der pflanzensoziologischen Syntaxa des Bundesamts für Naturschutz (BfN) aktualisiert.

Weiterführende Links:

Webseite des Bundesamts für Naturschutz

Traditionelle mediterrane Landwirtschaft – Pflanzen, Nutzungs- und

Ökosysteme, Naturschutz

 

Projektlaufzeit: Von 2010 fortlaufend

BearbeiterInnen:  Prof. Erwin Bergmeier, Dr. Stefan Meyer, Prof. A. Strid

 

Kurzbeschreibung:

Studien und Forschungsreisen zur traditionellen Landwirtschaft, von EB bereits in den 1990er Jahren begonnen, wurden seit 2010 systematisch fortgesetzt und auf verschiedene Regionen Griechenlands fokussiert (Zentral- und Ostmazedonien, Thrazien, Peloponnes, Thessalien, Attika, Chios, Rhodos, Kreta). Dabei sind bisher ca. 600 Vegetationsaufnahmen erhoben worden und ca. 18000 Fundortdaten von Pflanzenarten erhoben worden. Die Auswertung der Daten dauert an. Auf Grundlage dieser Vegetationsaufnahmen und Pflanzenlisten sowie der Flora-Hellenica-Datenbank konnte eine Liste der Segetalpflanzen Griechenlands erstellt und der Grad ihrer Gefährdung festgestellt werden. Die resultierende Rote Liste weist 7 Arten als vom Aussterben bedroht auf, 15 als Stark gefährdet und 46 als Gefährdet.

 

Publikationen:

Bergmeier, E. & Strid, A. 2014: Regional diversity, population trends and threat assessment of the weeds of traditional agriculture in Greece. – Botanical Journal of the Linnean Society, 175, 607–623.

Bergmeier, E., Cloos, A., Jonas, R., Möhler, H., Richter-Harder, N., Schrader, J., Teichmann, M. & Wolter, F. 2014: Zeigerpflanzen historischer Weinberge und Mauern der Saale-Unstrut-Region. Seiten 163-179, in: Siegesmund, S., Hoppert, M. & Epperlein, K. (Hrsg.): Natur – Stein – Kultur – Wein. Zwischen Saale und Unstrut. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale).

Meyer, S., Bergmeier, E., Becker, T., Wesche, K., Krause, B. & Leuschner, C. 2015: Detecting long-term losses at the plant community level – arable fields in Germany revisited. Applied Vegetation Science 18: 432–442.



Schwerpunkte in Forschung und Lehre

  • Vegetationsmuster in Kulturlandschaften: Landnutzungsformen prägen Vegetationsmuster und Habitatstrukturen, selbst wenn sie bereits historisch sind. Mit Hilfe von Geografischen Informationssystemen (GIS), empirischen und experimentellen Ansätzen untersuchen wir Auswirkungen von extensiver und intensiver Landnutzung sowie von Nutzungsänderungen auf die pflanzliche Artenvielfalt.
  • Monitoring und Bewertung von Biodiversität: Vorkommen seltener und gefährdeter Pflanzenarten sind maßgebliche Kriterien zur Beurteilung des Naturschutzwertes und des Erhaltungszustandes von Lebensräumen. Wir erfassen die Populationen solcher Arten und ihre Verteilungsmuster in der Landschaft, erstellen Kriterien zur Beurteilung des Erhaltungszustandes und treffen Aussagen über Indikatorarten von Landschaftsqualitäten auf statistischer Grundlage.
  • Vegetationsklassifikation, Syntaxonomie und Gradientenanalyse: Arbeiten zur Vegetationsklassifikation bedienen sich multivariater Verfahren und zur Interpretation und Ergebniskontrolle gradientenanalytischer Methoden. Wir vermitteln in Forschung und Lehre die Kopplung traditioneller Pflanzensoziologie und multivariater Analyse.
  • Flora und Vegetation Mitteleuropas: Florenwerke, großräumige Vegetationsübersichten und lokale Studien sind Grundlagen fast aller makroökologischen und pflanzengeografischen Arbeiten. Wir schlagen den Bogen zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, floristischer und vegetationsökologischer Geobotanik.
  • Flora und Vegetation des Mittelmeerraumes: Grundlagendaten aus zahlreichen vegetationsökologischen Projekten im östlichen Mittelmeerraum mündeten ein in eine Reihe von Datenbanken zur Vegetation Kretas und Griechenlands. Im Rahmen von binationalen und internationalen Projekten werden die Datenbanken für regionale, internationale und makroökologische Studien ausgewertet.
  • Vegetationsdynamik und -phänologie: Flora und Vegetation sind stetem Wandel unterworfen. Klimawandel, wachsende Mobilität des Menschen und ökonomische Faktoren beschleunigen diesen Prozess. Wir untersuchen Vegetationsdynamik auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Ebenen, nutzen Dauerprobeflächen, Luftbilder und historische Vegetationskarten.
  • Naturschutz auf europäischer und internationaler Ebene: Habitattypen und Arten der Anhänge der FFH-Richtlinie stehen im Mittelpunkt des aktuellen Naturschutzinteresses auf europäischer Ebene. Für Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 erstellen wir Konzepte zum Monitoring und Management mediterraner Ökosysteme.
  • Europäische Vegetationsdatenbanken und Phytodiversitäts-Informationssysteme

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Vegetation des Nettetals zwischen Rhüden und Bilderlahe (Seesen)

 

Verantwortliche: Prof. Dr. Erwin Bergmeier, Dr. Inga Schmiedel

MitarbeiterInnen: Eva Densing, Rahel Faber, Richard Frische, Marvin Thomas, Sebastian Utermann

Laufzeit: seit 2018

Kurzbeschreibung:

Das im nordwestlichen Harzvorland gelegene Nettetal zwischen den Ortsteilen Rhüden im Norden und Bilderlahe im Süden weist neben dem Flusslauf der Nette, Auengehölze, ausgedehnte Grünlandbereiche, Brachflächen sowie naturnahe Teiche und die damit einhergehende Vegetation auf. Es bildet damit einen starken Kontrast zu dem intensiv ackerbaulich genutzten Umland der Aue. Die Entwicklung des Gebiets wurde seit den 1980er Jahren durch den Verein "Aktion Naturland e.V." vorangebracht, der über die Jahrzehnte durch Flächenankäufe eine extensivere Nutzung der Aue durchsetzte sowie die Anlage von Teichen als Habitate für Wasservögel vorantrieb. Im Jahr 2018 wurden die über die Jahre durch den Verein aufgekauften Flächen an die Heinz-Sielmann-Stifung übergeben, die zusammen mit der Stadt Seesen die Arbeit des Vereins weiterführt. Seit 2018 werden auch wissenschaftliche Begleitungersuchungen durch unsere Abteilung durchgeführt. Dabei wurden die ausgedehnten Grünlandbereiche des Nettetals im Rahmen der Masterarbeit von E. Densing erfasst, während die Vegetation der Auengehölze in der Bachelorarbeit von R. Faber und die Vegetation der Stillgewässer- und Verlandungsbereiche in der Bachelorarbeit von R. Frische betrachtet wurden. In 2019 erfolgt eine Erfassung der Brach- und Sukzessionsflächen des Gebiets im Rahmen der Masterarbeit von M. Thomas.

Weitere Abschlussarbeiten zu unterschiedlichen Themengebieten im Nettetal können in den nächsten Jahren durchgeführt werden; bei  Interesse bitte bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.   

 

Bisherige Abschlussarbeiten im Rahmen des Projekts:

Thomas, M. (2019): Biotoptypen und Vegetation der Brachflächen des Nettetals: Ein Vergleich der Vegetationszusammensetzung ehemaliger Acker- und Grünlandstandorte. Masterarbeit. 75 S. + Anhang + CD.

Densing, E. (2019): Grassland biotope types and vegetation patterns in the meadows of the Netteaue, Lower Saxony, Germany: inferences about conservation and management. Masterarbeit. 77 S. + Anhang + CD.

Utermann, S. (2018): Implications of extensification and rewetting measures in the Nette valley as indicated by changes in biotope type formation. Projektarbeit.  S. + Anhang.

Faber, R. S. (2018): Biotoptypen und Vegetation der Auengehölze der Nette bei Seesen im Harzvorland. Bachelorarbeit, 39 S. + CD.

Frische, R. K. M. (2018): Biotoptypenkartierung und Vegetationserfassung in Stillgewässer- und Verlandungsbereichen im Nettetal (Südost-Niedersachsen). Bachelorarbeit, 37 S. + Anhang + CD.

 

 

Weiterführende Links:

Heinz-Sielmann-Stiftung, Projektgebiet Nettetal

 

Karte des Gebiets:

 

Flora und Vegetation der Leine und weiterer Gewässer im Göttinger Stadtgebiet

BetreuerInnen

Prof. Dr. E. Bergmeier, F. Goedecke, Dr. I. Schmiedel

 

Kurzbeschreibung:

Im Rahmen des Forschungsthemas wurden im Rahmen zweier Abschlussarbeiten die Flora und Vegetation der Leine und ihrer Aue sowie weiterer Gewässer im Göttinger Stadtgebiet untersucht. Die Forschungsvorhaben dienten der Vorbereitung derLehrveranstaltung "Vegetationsökologie: Stadt und Gewässer", die ab Sommersemester 2016 von der Abteilung angeboten wird.

 

Abschlussarbeiten und Bericht:

  • Ewald, A. (2014): Makrophyten in Gewässern in und um Göttingen. B. 61 S. + Anhang.
  • Loftus, S. (2015): Die Vegetation der Leine im Göttinger Stadtgebiet - Ein Vergleich renaturierter und nicht-renaturierter Auenbereiche. M. 65 S. + Anhang + CD.
  • Loftus, S. (2014): Die Entwicklung der Hochwasserschutzplanung an der Leine im Stadtbereich Göttingens und durchgeführte Renaturierungsmaßnahmen. Bericht im Rahmen des Moduls  M.Biodiv.436: Projektstudium Vegetationsökologie und Phytodiversität.41 S.

 

Karte zum Gebiet: